Grabstelle von Marie Simon (1824-1877) – eine fast vergessene Vorkämpferin des Roten Kreuzes in Sachsen

Portrait Marie Simon (Quelle: Wikipedia)

Marie Simon widmete sich der Ausbildung von Pflegekräften und baute eine systematische Pflegeausbildung auf. Es ist ihr Verdienst, dass Krankenpflege als Beruf anerkannt und der zukünftigen Pflegekraft ein fundiertes Wissen vermittelt wurde. Ihre Tätigkeit wurde durch mehrere Auszeichnungen der Könige von Sachsen und Preußen sowie des österreichischen Kaisers gewürdigt. Ihr zu Ehren bedachte Königin Carola den Albert-Verein in ihrem Testament mit 20.000 Mark zur Unterstützung mittelloser Patienten. Die Kronprinzessin selbst hatte Marie Simon als einzige Bürgerliche zum Mitglied des Direktoriums des Albertvereins nach dem Ende des Deutschen Krieges berufen.

Quelle: Berliner Pflegekonferenz – Marie Simon Pflegepreis (berliner-pflegekonferenz.de)

Leider geriet die Begräbnisstätte von Marie Simon über die Jahre in Vergessenheit, obwohl doch die Thematik Pflege präsenter ist als je zuvor. Das einst mondäne Grabdenkmal der Grabstelle auf unserem Trinitatisfriedhof verfiel immer mehr, es gibt keine Nachkommen mehr, welche sich um deren Erhalt kümmern.

Der Marie Simon Preis, welcher jährlich an innovative und kreative Pflegeprojekte in der Praxis verliehen wird, hält heute noch die Erinnerung an sie wach.

Inschrift auf dem Grabmal (Foto wurde bearbeitet, um die Inschrift besser sichtbar zu machen)

Der DRK-Kreisverband Dresden e.V. und der DRK-Landesverband Sachsen e.V. haben es sich nun zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an Marie Simon und ihr Wirken für das Rote Kreuz in Sachsen aufzuarbeiten und ihr Grab bis zu ihrem 200. Geburtstag im Jahr 2024 wieder gebürtig erscheinen zu lassen.

Wir als Friedhofsverwaltung unterstützen dieses wichtige Projekt um die Erinnerung an Marie Simon wach zu halten. Wir schrieben die notwendigen restauratorischen Arbeiten und Steinmetzarbeiten am Grabdenkmal in Abstimmung mit dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz aus und beantragten erst einmal Fördermittel für die dringend notwendigen Steinmetzarbeiten beim Stadtbezirksamt Dresden Altstadt. Wir hatten großes Glück, im März 2021 erhielten wir die Förderzusage über 7.000,00 €, die Eigenmittel in Höhe von 4.000,00 € bringen der DRK-Kreisverband Dresden e.V. und der DRK-Landesverband Sachsen e.V. auf.

Im Mai begannen die ersten Arbeiten und es erfolgte der Rückbau des Grabdenkmals bis auf den Sockel. Der Bewuchs und Unrat, welcher sich zwischen Friedhofsmauer und Grabmal befand wurde entfernt. Einige Grabmalteile aus Sandstein wurden in der Steinmetzwerkstatt neu gefertigt, da die Originalbauteile sehr stark verwittert waren und nicht wieder verwendet werden konnten.

Im August konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden, welcher nun kurz vor dem Abschluss steht.

Besucherzentrum auf dem Ev.-Luth. Trinitatisfriedhof

„Tradtion ist nicht das Halten der Asche, sonders das Weitergeben der Flamme“ Thomas Morus

Das Gebäude für die Aufbahrung der Särge auf dem Trinitatisfriedhof ist in seiner bisherigen Nutzung nicht mehr gefragt.

Aber unser Friedhof braucht einen Ort der gut tut, zur Begegnung, zum Austausch, zum Miteinander.

In unserem Begegnungszentrum sollen die Besucher unseres Friedhofs von nah und fern die Möglichkeit erhalten, sich über unseren Friedhof zu informieren. Es soll die Möglichkeit bieten nach Führungen oder Veranstaltungen in einer ansprechenden Atmosphäre inne zu halten, für Gespräche, zum Lesen oder zum Gedenken.

Moderne Sanitäranlagen sollen den Besuchern zur Verfügung stehen, welche für einen längeren Aufenthalt auf unserem Friedhof unentbehrlich sind.

Finanziert wird diese Vorhaben mit finanziellen Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), mit Mitteln der Landeshauptstadt Dresden und durch Eigenmittel.

Die Baumaßnahmen werden voraussichtlich im Frühjahr 2020 beginnen und im August abgeschlossen werden! Die Einweihung ist im Herbst 2020 geplant

Noch mehr Informationen gibt es auf der Projektseite.